Philosophie

Philosophie und Arbeitsweise

Seelenfenster

Seelenfenster

Von Zeit zu Zeit sich zurückziehen in das Haus unserer Seele,
schweigen,
ausruhen,
ganz für sich sein.

Die Seelenfenster vom Staub des Alltags befreien,
an verschlossenen Türen rütteln,
sich selbst auf den Grund gehen.
Und dann hinaus treten in die Sonne:
da bin ich wieder.

[Verfasser unbekannt]

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“

Dieser Spruch von Martin Buber ist einer der zentralen Leitsätze, die mein Selbstverständnis und Handeln maßgeblich prägen. In dieser einfachen Aussage spiegelt sich für mein Empfinden eine humanistische Werteorientierung und Haltung wider, welche auf der Grundlage eines ernsthaften Interesses am Gegenüber ein aufmerksames und einfühlbares Zuhören und Wahrnehmen ermöglicht. Eine nicht wertende und unvoreingenommene Herangehensweise ist mir dabei ein großen Anliegen.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass jeder Mensch ein spirituell Suchender und ein nach Transzendenz strebendes Wesen ist – auch wenn viele das so nicht von sich sagen würden. Ich erlebe in jedem Menschen das Bedürfnis, über den Rand des eigenen Seins und der subjektiven Befindlichkeit hinaus zu schauen und dabei sich selbst, die Mitwelt und die eigene Stellung und Bezogenheit darin zu begreifen. Ich halte es für eine wesentliche Aufgabe und Chance menschlichen Seins, herauszufinden, wer ich tatsächlich bin und das eigene Potential so zur Entfaltung zu bringen, dass das Leben als ausgewogen, sinnvoll und befriedigend erlebt werden kann. Dabei beziehe ich mich auf eine überkonfessionell religiös geprägte, werteorientierte und philosophische Grundhaltung, in die viele andere spirituelle Impulse eingeflossen sind. Die Betrachtung verbindender Elemente und Parallelen zwischen unterschiedlichen Denk- und Glaubenssystemen übt auf mich eine zunehmende Faszination aus.

Einfach mal reden …

In Umbruchssituationen, Wandlungsprozessen oder Krisen, nach Verlusterfahrungen, Trauer oder Trennung, kann das gewohnte familiäre Umfeld, können die bisherigen sozialen Bezüge oft nicht dem Bedürfnis nach Mitteilung, Austausch und „Verstanden werden“ oder „So sein, wie man gerade ist“ entsprechen. Oder man scheut sich, Familie und Freunde zu belasten, glaubt, sich in der eigenen Unsicherheit, Orientierungslosigkeit, Widersprüchlichkeit oder auch Wut und Verzweiflung nicht zumuten zu können oder zu wollen. Dabei hilft dann oft ein Gespräch mit einer neutralen außenstehenden Person, klarer zu sehen und wieder an die eigenen Ressourcen anknüpfen zu können. Oft ist hier nicht der Gang zum Psychotherapeuten oder Arzt nötig, wie es unser System häufig suggeriert: Umbruch, Wandel, Krisen, Verlusterfahrungen, Trauer oder Trennung sind keine Krankheit. Sie gehören zum Leben und sind auch immer eine Chance zur Weiterentwicklung – auch wenn sie mit schmerzlichen Erfahrungen und starken Verunsicherungen einhergehen.

Den zentralen Ausgangspunkt meiner Arbeit stellt immer der konkrete Mensch in der jeweiligen konkreten Lebenssituation dar. Wesentliches Anliegen ist mir stets, wahrzunehmen, WAS ist und WIE es gerade ist.

Mein Anliegen ist die sensible Wahrnehmung und das Begleiten von Wandlungs- und Veränderungsprozessen, gleich ob sie aus reifungs- und entwicklungsbedingten Prozessen resultieren oder aus Umbruchsituationen, die sich häufig aus persönlichen Krisen ergeben. Diese können unterschiedliche Ursachen haben, wie beispielsweise innerpsychische Vorgänge, religiöse oder spirituelle Auseinandersetzungen, Verlusterfahrungen aufgrund des Todes eines nahestehenden Menschen, dem Verlust einer Beziehung, des Arbeitsplatzes, von sozialem Status und Zugehörigkeit oder von Gesundheit.

Die therapeutische Begleitung und Aufarbeitung zielt darauf ab, Ressourcen und Talente aufzuspüren und diese begreifbar und nutzbar zu machen – durch wertschätzendes, vertrauensvolles und Grenzen respektierendes Zuhören und Interagieren. Hierzu kann es nötig oder hilfreich sein, zunächst erfahrbar, begreiflich und sichtbar zu machen, was man vielleicht noch gar nicht so genau sagen kann (oder sich nicht zu sagen traut), mit dem Ziel, Perspektiven zu eröffnen, Hoffnung und Mut zu machen, wenn man selber einmal nicht mehr weiter weiß.

Die Rückmeldung einer Beratungssuchenden, dass sie mich nicht als ‚Behandler’, sondern als einen erfahrenen, einfühlsamen und kompetenten Berater wahrnimmt, gibt einen wichtigen Aspekt meines Selbstverständnisses wieder.

Methodisch bediene ich mich der verbalen und nonverbalen Kommunikation auf der Basis humanistischer Psychologie (was ist damit gemeint?).